Bifokale Brillengläser

Viele Menschen benötigen mit zunehmendem Alter nicht nur eine Sehhilfe, um die Zeitung lesen zu können, sondern auch für einen scharfen Blick in die Ferne. Ständig zwischen zwei Brillen wechseln zu müssen, empfand bereits Benjamin Franklin als lästig und vereinte zwei Stärken in einem Glas. Auf diesem Weg erfand er die bifokalen Brillengläser.

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So funktioniert eine Bifokalbrille

Die Idee, zwei Brennpunkte in einem Glas zu vereinen, ist geblieben. Moderne Technik löst die Herstellung einer Bifokalbrille heute jedoch um einiges geschickter als damals.

Bifokalgläser, also Zweistärkengläser, gehören zu den Mehrstärkengläsern. Sie unterstützen die Augen mit der richtigen Brechkraft auf eine sehr nahe und eine weite Distanz. Das Grundglas wird für das scharfe Sehen in die Ferne genutzt. Darin eingearbeitet befindet sich im Bereich in Richtung der Nasenspitze eine kleinere Linse, die für das Sehen auf sehr kurze Distanzen benötigt wird. Sie ist dort platziert, da sich das Auge beim Blick auf nahe Gegenstände nach unten richtet und sich ein wenig einwärts in Richtung Nase dreht. Diese Zusatzlinse unterscheidet sich nicht nur in Hinblick auf die Sehstärke von der des Grundglases, sondern auch in ihrer Krümmung.

Durch das zusätzliche „Fenster“ im Brillenglas entsteht eine Trennlinie, die beim Sehen durch die Bifokalgläser als eine deutliche Kante wahrgenommen wird. Schweift der Blick nun vom Fernbereich in den Nahbereich, verläuft dieser Übergang sehr abrupt.

Der Fernbereich einer Bifokalbrille greift ab einer Distanz von etwa 2 Metern. Gegenstände in dieser und weiterer Entfernung können durch diesen Bereich der Gläser scharf gesehen werden. Die Zusatzlinse bietet allerdings nur einen sehr begrenzten Tiefenbereich bis etwa 50 cm und ist somit für Tätigkeiten wie Lesen geeignet. Die Arbeit an einem Computer würde durch die Leistung bifokaler Brillengläser schon nicht mehr abgedeckt werden, da sie sich zwischen dem festgelegten Nahbereich und dem Fernbereich abspielt. Hinzu kommt, dass mit einem Alter ab etwa 40 Jahren die meisten Menschen eine Altersweitsichtigkeit entwickeln. Die Akkommodationsfähigkeit des Auges nimmt mehr und mehr ab. Das Auge verliert also die Eigenschaft, sich selbstständig und flexibel auf alle Sehdistanzen einstellen zu können. Der Bedarf einer Sehhilfe, die den Blick auch auf Zwischenbereiche unterstützt, steigt – diese Hilfe können Bifokalbrillen jedoch nicht leisten. Durch die zwei Glasstärken für Nah und Fern ist der Bereich des scharfen Sehens auf diese festgelegten Distanzen begrenzt.

 

Wann ist eine Brille mit bifokalen Gläsern geeignet?

Eine Bifokalbrille stellt mit ihrem stabilen Fern- und Nahbereich für scharfes Sehen die einfachste Form einer Mehrstärkenbrille dar. Sie ist im Vergleich zu anderen Mehrstärkenbrillen die günstigste Variante. Sie kommt vor allem im Bereich der Spezialbrillen zum Einsatz und unterstützt besondere Sehaufgaben. Darüber hinaus sind Bifokalbrillen für jene Brillenträger geeignet, die Wert auf ein großes Sichtfeld für den Fernbereich und ein stabiles Fenster für den Lesebereich legen – dabei aber auf den Zwischenbereich verzichten können.

Alle Entfernungen zwischen etwa 50 cm und 2 m bleiben beim Blick durch eine Bifokalbrille undeutlich. Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Autofahren gestalten sich so schwierig bis nicht machbar. Auch müssen sich Brillenträger bewusst sein, dass der harte Übergang zwischen den beiden Stärken stets vorhanden ist. Dieser wird nicht nur vom Träger selbst beim Sehen wahrgenommen: Die unterschiedlichen Glasstärken sind stets auch von außen sichtbar.

Ästhetisch und zeitgemäß: Gleitsichtbrillen

Gleitsichtbrillen bieten eine moderne und elegante Alternative zur etwas altmodischen Bifokalbrille. Die raffinierten Mehrstärkenbrillen decken den Nahbereich, Zwischenbereich und Fernbereich beim Sehen ab und ermöglichen durch ihre besondere Glasbearbeitung einen fließenden Übergang zwischen allen Distanzen.

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