Das menschliche Auge

Das Auge ist das menschliche Sehzentrum und stellt das komplexeste unserer Sinnesorgane dar. Pro Sekunde nimmt es über 10 Millionen Informationen auf und verarbeitet sie umgehend weiter: Sehen ist Hochleistung. 

 

Text

Aufbau und Funktion

In den komplexen Prozess des Sehens sind unzählige Bestandteile unserer Augen und darüber hinaus des Gehirns involviert. Vereinfacht gesagt funktioniert unser Auge wie eine Kamera. Einzelne Komponenten darin arbeiten zusammen, um die Welt um uns herum abzubilden und für uns greifbar zu machen. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über den anatomischen Aufbau unseres Auges.

 

1

Hornhaut (Cornea)

Die Hornhaut ist die äußerste sichtbare Schicht des menschlichen Auges. Sie ist mit Tränenflüssigkeit bedeckt und in die Lederhaut (das Weiße im Auge) eingebettet. Zusammen bilden sie die äußere Augenhaut. Die Hornhaut fungiert quasi als Fenster des Auges: Durch sie fällt Licht in das Augeninnere ein. Darüber hinaus schützt sie das Auge vor äußeren Einwirkungen wie Schmutz oder oberflächlichen Verletzungen. Ihren Namen verdankt die Hornhaut ihrer Beschaffenheit, da sie ähnlich hart wie Hornsubstanz ist. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, dass wir scharf sehen können.

2

Lederhaut (Sklera)

Das Weiße im Auge wird als Lederhaut bezeichnet. Sie ist dicker als die Hornhaut und schützt das sensible Sehorgan vor Verletzungen. Bis auf zwei Stellen umschließt die Lederhaut das Auge vollständig: Vorne liegt die Hornhaut frei und im hinteren Teil des Auges gehen die Fasern des Sehnervs in Richtung Gehirn ab.

3

Pupille (Pupilla)

Die schwarze, kreisförmige Öffnung in der Mitte des Auges trägt den Namen Pupille. Durch sie kann das Licht in das Augeninnere eindringen. Ähnlich der Blende einer Kamera reguliert die umliegende Regenbogenhaut die Pupillenöffnung und somit, wie viel Licht zur Netzhaut gelangt. Bei stärkerem Lichteinfall wird die Pupille kleiner, in dunklerer Umgebung größer. Auch der eigene Gemütszustand kann die Größe der Pupillen beeinflussen. Freude oder Angst können zu geweiteten Pupillen führen und auch Alkohol- und Drogenkonsum können ihren Durchmesser verändern.

4

Regenbogenhaut (Iris)

Die Regenbogenhaut, auch Iris genannt, gibt unseren Augen ihre einzigartige Farbe. Durch die individuelle Pigmentverteilung sind sie grau, blau, grün oder braun gefärbt. Gemeinsam mit der Pupille fungiert sie als Blende des Auges. Die Iris reguliert den Lichteinfall in das Augeninnere, indem sie die Öffnungsgröße der Pupille bestimmt. Bei viel Helligkeit sorgt sie dafür, dass das Auge nicht übermäßig geblendet wird. In der Dunkelheit ist sie dafür verantwortlich, dass möglichst viel Licht einfallen kann. Der Name der Regenbogenhaut entspringt der griechischen Mythologie: Iris ist die Göttin des Regenbogens.

5

Augenkammern (Camerae bulbi)

Die Augenkammern befinden sich im vorderen Teil des Auges und sind mit Kammerwasser gefüllt. Die beiden Hohlräume werden in die vordere und die hintere Augenkammer unterteilt. Ihre Flüssigkeit enthält wichtige Nährstoffe für Augenlinse und Hornhaut. Das Kammerwasser trägt außerdem dazu bei, die Form des Auges zu stabilisieren.

6

Augenlinse (Lens crystallina)

Die Augenlinse ist dafür zuständig, das einfallende Licht durch die Pupille zu bündeln. So sorgt sie für ein scharfes Bild auf der Netzhaut. Um Gegenstände in der Nähe und in der Ferne fokussieren zu können, kann die flexible Augenlinse ihre Form mithilfe des Ziliarmuskels anpassen. Dieser Vorgang wird Akkommodation genannt. Für eine scharfe Sicht auf kurze Entfernung krümmt sich die Linse, bei Betrachtung in der Ferne flacht sie ab. Das wahrgenommene Bild wird dabei von der Augenlinse auf den Kopf gestellt und spiegelverkehrt auf der Netzhaut abgebildet. Erst bei der Weiterverarbeitung im Gehirn erfolgt die „Richtigstellung“.

7

Ziliarkörper (Corpus ciliare)

Der Ziliarkörper produziert das Kammerwasser, das die Augenkammern füllt. Außerdem ist sein Ziliarmuskel für die Akkommodation der Augenlinse verantwortlich. Durch ihre Anpassung können wir in der Nähe und in der Ferne scharf sehen.

8

Glaskörper (Corpus vitreum)

Der Glaskörper bildet den Bereich zwischen Linse und Netzhaut. Er ist der größte Teil des Auges und stellt den eigentlichen Körper dar. Der Glaskörper ist transparent und von gallertartiger Substanz. 

9

Netzhaut (Retina)

Die Netzhaut wandelt einfallende Lichtreize mithilfe ihrer Sinneszellen in Nervenimpulse um und leitet sie über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Nur in dieser Form können sie vom Gehirn verarbeitet werden. Die Sinneszellen der Netzhaut bestehen aus Zapfen (zuständig für das Farbsehen) und Stäbchen (zuständig für das Hell-Dunkel-Sehen). An einer Stelle der Netzhaut sind sie besonders dicht gedrängt: Der „gelbe Fleck“ bildet das Zentrum der Retina und sein eigener Mittelpunkt stellt den Punkt des schärfsten Sehens dar.

10

Netzhautgrube (Fovea centralis)

Die Netzhautgrube, auch Sehgrube genannt, bildet den Mittelpunkt des „gelben Flecks“ auf der Netzhaut. Sie ist sehr dicht mit Sinneszellen besiedelt und sorgt dafür, dass wir tagsüber möglichst scharf und in Farbe sehen. Auf der Netzhautgrube werden die Lichtstrahlen durch den optischen Apparat gebündelt.

11

Aderhaut (Chorioidea)

Zwischen Lederhaut und Netzhaut befindet sich die Aderhaut im menschlichen Auge. Sie geht in den Ziliarkörper und die Regenbogenhaut über. Die Aderhaut versorgt die Netzhautrezeptoren mit Nährstoffen, hält die Temperatur der Retina konstant und ist darüber hinaus an der Anpassung der Linse zum scharfen Sehen in der Nähe und Ferne beteiligt.

12

Sehnerv (Nervus opticus)

Der Sehnerv stellt die Verbindung zwischen Auge und Gehirn dar. Seine Aufgabe ist es, die gesammelten Informationen in Form von Nervenimpulsen an das Gehirn zu leiten. Der Sehnerv besteht aus etwa 1 Million Nervenfasern (Axone) und ist ungefähr einen halben Zentimeter dick. Die Stelle, an der er aus der Netzhaut austritt, wird Papille oder auch der „blinde Fleck“ genannt. Dort besitzt die Netzhaut keinerlei Nervenzellen. In dem Bild, das im Gehirn ankommt, befindet sich deswegen immer ein kleiner schwarzer Punkt. Das Gehirn ergänzt diesen Fleck jedoch in der Regel, sodass er vom Menschen nicht wahrgenommen wird.

Text

Der Sehvorgang: So funktioniert das menschliche Auge

Um sehen zu können, laufen viele Schritte im Auge und im Gehirn ab. Allgemein spricht man über diesen komplexen Ablauf auch von der so genannten Sehbahn, die beim Auge beginnt und im Gehirn endet.

Licht ist die Voraussetzung dafür, dass der Mensch etwas sehen kann. Um also einen Gegenstand wahrnehmen zu können, muss Licht darauf fallen. Das Licht wird dann von diesem Gegenstand zurückgeworfen und von unserem Sehsystem verarbeitet. Die reflektierten Lichtstrahlen durchdringen zunächst die Bindehaut und die Hornhaut des Auges. Von dort gelangen sie über die vordere Augenkammer zur Pupille. Durch diese hindurch fallen die Strahlen nun auf die Augenlinse, wo sie gebündelt und an die lichtempfindliche Netzhaut weitergeleitet werden. Dort angekommen, werden die gesammelten Informationen erst einmal sortiert. Diese Aufgabe übernehmen die in der Netzhaut ansässigen Stäbchen und Zapfen. Die Stäbchen filtern die Informationen über das Hell-Dunkel-Sehen, während sich die Zapfen um die Farbwahrnehmung kümmern. Danach werden alle Informationen nun in Form von Nervenimpulsen über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden sie ausgewertet und zu dem Bild zusammengesetzt, dass wir letztendlich wahrnehmen.

 

Scharfes Sehen nah und fern – Die Fähigkeit zur Akkommodation

Das menschliche Auge ist ein echter Hochleistungsapparat. Er ist in Zusammenarbeit mit dem Gehirn dafür verantwortlich, dass wir unsere Welt sehen können – auf allen Entfernungen. Gesunde Augen können ohne weiteres zwischen einer scharfen Sicht auf weiten Strecken und auf kurzen Distanzen wechseln. Diese dynamische Fähigkeit wird Akkommodation genannt. Sie beruht auf der natürlichen Elastizität der Augenlinse. Die Linse verändert, je nach Entfernung des zu betrachtenden Gegenstands, ihre Form. Um im Nahbereich scharf sehen zu können, verkrümmt sie sich. Schweift der Blick in die Ferne, nimmt die Augenlinse ihren Normalzustand an, eine flache und längliche Form. Die Akkommodation wird immer dann ausgelöst, wenn Gegenstände unscharf auf der Netzgrube abgebildet werden. 

Gleitsichtbrillen bei Altersweitsichtigkeit

Das menschliche Auge verliert mit den Jahren häufig immer mehr die Fähigkeit zur Akkommodation. Durch die abnehmende Fähigkeit des Auges, fließend zwischen unterschiedlichen Entfernungen scharf stellen zu können, entwickeln Betroffene eine Altersweitsichtigkeit. Zum Ausgleich bieten sich Gleitsichtbrillen an. Sie unterstützen die Augen mit speziell gefertigten Gläsern dabei, auf allen Distanzen scharf sehen zu können. Gleitsichtbrillen für jeden Lifestyle gibt es natürlich auch bei Optiker Bode.